Soest-Shop: Soest zum Mitnehmen und Bestellen

Kleines Soest Lexikon

Wie in jeder Stadt gibt es neben den bekannten Sehenswürdigkeiten, bedeutenden Geschichtsdaten und herausragenden Veranstaltungen immer wieder die eine oder andere Sache, die so ganz typisch und besonders oder sogar einmalig ist. Hier haben wir für Sie einen kleinen Überblick nach dem Motto "typisch Soest" zusammengestellt.

B wie Soester "Börde"

Als Börde bezeichnet man den fruchtbaren Landstrich entlang der Hellweg-Ebene. Die ertragreichen, sandigen Lößböden machten die Region um Soest einst zur „Kornkammer Westfalens“. Die sprachliche Herkunft der Bezeichnung „Börde“ lässt sich auf verschiedene Weise erklären. Ein Erklärungsversuch begründet sich auf der Lautähnlichkeit zum Wort „Bürde“ (niederdeutsch: Bören, niederländisch: Beuren, althochdeutsch: Burien). Da der Ertrag auf den vorzüglichen Ackerböden recht hoch ausfiel, mussten die Bauern auch einen hohen „zehnten Teil“ abgeben, also hohe „Gebühren“ zahlen (auch das Wort „Gebühren“ leitet sich übrigens von „Bören“ ab). Natürlich empfand man dies als große Belastung, eben als „Bürde“. Die flache und landschaftlich ansprechende und abwechslungsreiche Soester Börde wird heute vor allem von Fahrradfahrern sehr geschätzt. Siehe auch Soester Bördekönigin oder Soester Bördetag...

B wie "Bullenauge"

Ein freundlich zwinkerndes Bullenauge ist eine echte Soester Spezialität. Sie mögen jetzt denken, dass die Westfalen auch restlos alles essen? Weit gefehlt! Bullenaugen trinkt man nämlich... Es handelt sich hierbei um ein köstliches Getränk, das 1964 anlässlich einer Vorstandssitzung der damaligen Hellweg-Molkerei erfunden wurde und inzwischen patentrechtlich geschützt ist. Als während der Sitzung der westfälische Korn ausging, versetzte ein findiger Soester einen eilig herbeigeholten Edelmokkalikör mit einem Schuss Sahne. Schon bald stellte man fest, dass die äußerst gelungene Komposition einem Bullenauge gleicht, das einem aus dem Glas freundlich zuzwinkert. Das Soester Nationalgetränk war geboren und ist von jeher von der Allerheiligenkirmes und anderen Stadtfesten der Region nicht mehr wegzudenken. Der typische Bullenaugen-Effekt ergibt sich übrigens durch das Ausquellen der flüssigen Schlagsahne im Likör und kommt am besten in passenden Likörschalen zur Geltung.

F wie Soester "Fehde"

"Wisset, Bischof Dietrich von Moers, dass wir den Herzog Johann von Kleve lieber haben als Euch und wir Euch hiermit absagen" mit diesen Worten aus dem Fehdebrief der Soester an den Erzbischof von Köln begann ein Streit, der eine fünfjährige Auseinandersetzung nach sich ziehen sollte. Durch den Fleiß und die kaufmännische und handwerkliche Geschicklichkeit der Soester Bürger gewann die Stadt im 13. und 14. Jahrhundert stetig an Einfluss und Mitteln und wurde zu einem der wichtigsten Zentren in Westfalen. Herr der Stadt war der Erzbischof von Köln, der von den Soestern erhebliche Steuersummen forderte. Die aufstrebende Stadt wünschte sich mehr Freiheiten und eine geringere Steuerbelastung und schlug sich auf die Seite des Herzogs von Kleve. Damit war die Soester Fehde vom Zaun gebrochen und die Kurkölner zogen gegen die Stadt zu Felde. Es folgte eine Belagerung der Stadt, die von den Soestern aber dank ihrer Wehrhaftigkeit, der Stärke der gewaltigen Stadtmauer und des Beistandes des Schutzpatrons Patroklus siegreich ausgesessen wurden. Im Jahre 1449 gingen dem Erzbischof die Mittel aus. Den bis zu 15.000 Soldaten, die die Stadt umzingelten, konnte kein Sold mehr bezahlt werden und man zog unverrichteter Dinge wieder ab. Patroklus sei Dank...! Im August 2009 wurde dieses historische Ereignis erstmals mit einem Festspiel und einem großen Mittelalterfest in der Soester Altstadt gefeiert.

G wie Soester "Gloria"

Jedes Jahr wird nach der Christmette am Heiligabend einem schönen und traditionsreichen Brauch gefrönt. Um das „Christkinneken“ in den Schlaf zu singen, steigen Schüler und Schülerinnen der Soester Gymnasien mit Posaunen, Trompeten und Laternen den Turm von St. Petri empor und singen in alle vier Himmelsrichtungen ihr „Ehre sei Gott in der Höhe“. Unten in den Gassen und auf den Kirchplätzen versammeln sich jährlich Heerscharen von andachtsvollen Zuhörern, die darauf warten, dass mit dieser schönen Tradition das Weihnachtsfest eingeläutet wird. Und für all die, die nicht live dabei sein können, gibt es das „Gloria“ inzwischen auch auf CD zu kaufen.

G wie "Großer Teich"

Hier ist nicht der „Große Teich“ zwischen Europa und Amerika gemeint. Vielmehr gibt es im Stadtzentrum von Soest ein Quellgebiet, das in früherer Zeit als Stauteich angelegt wurde. Um dieses salzhaltige Quellgebiet herum ließen sich die ersten Siedler nieder, die sogenannten „Sodsaten“. Im Winter friert der Teich wegen der Quellaktivität nie zu. Der Blick über den Großen Teich auf die Wiesenkirche hat seit jeher Künstler inspiriert.

G wie "Grünsandstein"

Bearbeitung von Gründsandstein in der Soester Dombauhütte
Dem Soestbesucher fällt auf den ersten Blick sicher eines auf: Imposante Fachwerkzeilen, Kopfsteinpflaster und natürlich Grünsandstein. Aus ihm werden ebenso Mauern für Altstadtgärten wie monumentale Kirchen gebaut. Entstanden ist der Grünsandstein in der Kreidezeit. In verschiedenen Zeiträumen der oberen Kreide (vor 65 – 135 Millionen Jahren) wurde dieses Meeres-Sediment aus Schuttmaterial des umgebenden Festlandes gebildet. Die einzigartige und unnachahmliche Färbung wird durch einen hohen Glaukonit-Anteil erzeugt. Glaukonit ist ein eisen- und aluminiumhaltiges, dunkelgrünes Mineral, das sich in flachen Meeresbereichen bildet. Abgebaut wird der Grünsandstein heute noch in Steinbrüchen im Raum Anröchte. Obwohl der Grünkalkstein auch heute noch als Werkstein für die Fertigung von Bildhauerarbeiten verwendet wird, hat er als Baustein im Außenbereich einige Nachteile. Wegen seines hohen Kalkgehaltes ist er sehr witterungsempfindlich und wird schnell brüchig. Wer mehr über diesen sonderbaren Stein wissen möchte, dem sei das Grünsandstein-Museum in Soest wärmstens empfohlen.

H wie "Hansestadt" Soest

Nanu, Soest ist eine Hansestadt? Obwohl Soest nicht wie Hamburg, Bremen, Rostock oder Lübeck am Wasser liegt und nicht das Autokennzeichen „HSO“ führt, handelt es sich tatsächlich um eine Hansestadt. Schon um 1000 n. Chr. betrieben Soester Kaufleute Fernhandel und vertrieben ihre Produkte in der ganzen Welt. Um sich während der Fernhandelsreisen vor Wegelagerern, Piraten und Raubrittern zu schützen, gründete man 1253 zunächst den Westfälischen Städtebund, aus dem später auch die Hanse erwuchs. Begünstigt wurde die Stadt durch ihre Lage am Hellweg, einer wichtigen Fernhandelsroute. Natürlich wurden Soester Handelsgüter wie z. B. Salz und Felle auch per Schiff transportiert. Nachweisbar sind beispielsweise Handelsbeziehungen mit Russland, dem Baltikum und der Insel Gotland. Ihren einstigen Reichtum und so manchen Kunstschatz hat die Stadt ihren ausgeprägten Handelsbeziehungen zu verdanken.

J wie "Jägerken von Soest"

Eigentlich heißt er Simplicius Simplicissimus und ist die Hauptfigur des Romans von Hans Jakob Christoph von Grimmelshausen. Einst lebte er in Saus und Braus, nahm am 30jährigen Krieg im Regiment des Grafen Götz teil und plünderte Bauern aus. Heute zeigt sich der Jäger ehr zahm und präsentiert die Stadt Soest bei Hansetagen und Stadtfesten. Aus dem draufgängerischen Haudegen aus dem Roman wurde 1976, anlässlich des 300. Todestages des Autors Grimmelshausen die Soester Symbolfigur, die seitdem jedes Jahr zur Allerheiligenkirmes neu gewählt wird und neben dem Bürgermeister und an der Seite der Bördekönigin die Allerheiligenkirmes eröffnet. Das Kostüm des Jägerkens tragen zu dürfen ist eine besondere Ehre, die Mitgliedern aus Vereinen, Berufsständen und Gruppen zuteil wird, die sich im besonderen Maße um die Stadt Soest verdient gemacht haben. Mehr Informationen zur Allerheiligenkirmes und zum Jägerken von Soest finden Sie unter www.allerheiligenkirmes.de/de/jaegerken-geschichte.php .

K wie Soester "Kuhhaut"

Das geht auf keine Kuhhaut! Diesen Ausspruch kennt man aus dem täglichen Sprachgebrauch. Aber woher kommt er überhaupt? Im Mittelalter war Papier sehr teuer, weil es kein Verfahren gab, es massenweise herzustellen. Wenn man etwas Wichtiges dauerhaft aufschreiben wollte, musste man sich behelfen und schrieb nicht selten auf Tierhäute von Kalb, Schaf oder Ziege, die nach Gerbung und Grundierung Pergament genannt werden und sehr lange haltbar sind. Wichtige Teile des berühmten und umfangreichen Soester Stadtrechtes wurden auf eben solches Pergament niedergeschrieben und sind daher als „Alte“ und „Neue Kuhhaut“ bekannt. Die Schriftstücke sind ca. 55 x 75 cm groß und einseitig in lateinischer Sprache beschrieben. Die ältere der beiden Schriften stammt aus der Zeit um 1225, die neuere Fassung der Kuhhaut wird auf die Zeit um 1280 datiert. Aufbewahrt werden diese besonderen Stücke im Soester Stadtarchiv.

N wie "Nibelungen"

Die Stadt Soest spielt in den nordischen Sagen eine große Rolle. Glaubt man den blutrünstigen Geschichten der Thidrekssaga, so sollen die Brüder Kriemhilds beim Verwandtenbesuch in „Sosat“, der damals größten Stadt in Westfalen und Sitz des Hünenlandkönigs Attala, im Kampf ihren Untergang gefunden haben. Wer weiß, vielleicht verbirgt sich im Nibelungenlied ein Stück Soester Frühgeschichte? Dass es die Stadt um 500 schon gab, ist immerhin bewiesen.

P wie "Patroklus"

St. Patroklus, der Schutzheilige von Soest, im Frontgiebel des Rathauses
Als der römische Stadthalter Aurelian in Frankreich gläubige Christen verfolgen ließ, befahl er im Jahr 275 auch einen jungen Mann namens Patroklus aus Troyes enthaupten zu lassen. Er hatte sich standhaft geweigert, von seinem Glauben abzulassen und wurde dafür später zum Märtyrer erklärt. Über den Bischof von Troyes kamen die Gebeine des Heiligen schließlich als Geschenk des Kölner Erzbischofs Bruno anlässlich eines Kirchenbaus nach Soest. Von da an galt er nicht nur als Schutzpatron der betreffenden Kirche, sondern wurde zum Schutzheiligen der ganzen Stadt. Noch heute ist er in Form verschiedenster figürlicher Darstellungen in der Altstadt anzutreffen. So wacht zum Beispiel eine große Patroklusfigur von der Front des Rathauses aus über seine Stadt. Die Gebeine des heiligen Patroklus von Troyes liegen noch heute wohl behütet in einem goldenen Schrein in der Kirche St. Patrokli.

P wie "Pumpernickel"

Inzwischen ist es in der ganzen Welt bekannt und darf in keinem Feinkostladen fehlen. Zugegeben, der Name klingt schon recht seltsam, aber mit Butter bestrichen und Käse belegt ist das schwere schwarze Brot einfach köstlich. Das echte Soester Pumpernickel kommt aus der Bäckerei Haverland, die sich mit dem Titel „Älteste Pumpernickelbäckerei Deutschlands“ schmücken darf. Und da außerhalb von Deutschland sowieso kein Pumpernickel hergestellt wird, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass in Soest die älteste Pumpernickelbäckerei der Welt steht. Die Herkunft des Namens bereitet so manchem Sprachwissenschaftler noch Rätsel. Darf man der Wissenschaft glauben, so verbirgt sich hinter dem Wort Pumpernickel nichts anderes als ein „pupsender Kobold“.

S wie Soester "Schlüssel"

Der rote Schlüssel mit dem charakteristischen Schlüsselbart auf dem Soester Wappen und der Stadtfahne ist der Schlüssel des heiligen Petrus, einem der Schutzheiligen der Stadt. Leicht zu verwechseln ist die rot-weiße Stadtfahne mit der Flagge der Hansestadt Bremen, die ebenfalls einen roten Petrusschlüssel zeigt. Die beiden Stadtschlüssel unterscheiden sich allerdings in der Form ihres Bartes.

S wie Soester "Schnurren"

Bei Schnurren, in manchen Regionen auch als Döneken bekannt, handelt es sich um nichts anderes, als um eine kleine heitere Anekdote, die unter älteren Bürgern gern auch in westfälischem Platt erzählt wird. Gegenstand dieser Geschichten sind häufig kleinere, amüsante Streitigkeiten zwischen zwei oder mehr Personen, nicht selten auch Nachbarn.

W wie "Wall"

Als eine der wenigen Städte in Deutschland kann Soest sich über einen noch fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtwall freuen. Die wuchtigen Verteidigungsanlagen mit ihren Wehrtürmen und Bastionen galten im Mittelalter als uneinnehmbar. Dank der stabilen Stadtmauer gelang es den Truppen des Bischofs von Köln in der Soester Fehde nie die Stadt zu stürmen und einzunehmen. Heute kann man hier herrliche Spaziergänge unternehmen, den Blick in malerische Altstadtgärten inklusive. Allerhand Spannendes und Wissenswertes zum Thema Wall kann man während einer speziellen Gästeführung, dem „Wallspaziergang“ erfahren, der bei der Tourist Information Soest buchbar ist.

W wie "Westfälisches Abendmahl"

Es enthält Bier aus großen Humpen, Schinken, Schweinskopf und natürlich Pumpernickel. Bestellen kann man dieses urwestfälische Mahl in der Soester Gastronomie als solches aber nicht. Es handelt sich hierbei nämlich um eine Darstellung des letzten Abendmahls Christi auf einem bekannten Kirchenfenster in der Kirche St. Maria zur Wiese. Die Abendmahlszene auf dem Fenster, die der unbekannte Künstler um 1500 kurzerhand nach Westfalen verlegt hat, musste damals jeder Handwerker, der in Soest gewesen sein wollte, exakt beschreiben können. Ein Abendmahl zum Mitnehmen und Verspeisen kann man in der Tourist Information Soest auf Vorbestellung kaufen. Und wer es erst einmal probieren möchte, bekommt im Brauhaus Zwiebel eine kleine Version des Abendmahls mit Pumpernickel, Schinken, hausgebrautem Bier und einem Schnaps serviert.

W wie "Westfälische Krippe"

Ab dem 2. Advent kann man in der Kirche St. Patrokli eine ganz besondere Darstellung der Geburtsgeschichte Christi bestaunen. Die liebevoll aufgebaute Krippenlandschaft zeigt sich bodenständig westfälisch: Da wundert es nicht, dass man hier neben Bachläufen, Tieren und landwirtschaftlichen Geräten keinen Stall im herkömmlichen Sinne, sondern ein typisches Bauernhaus im Fachwerkstil als Unterkunft der heiligen Familie findet. Die Krippe ist von allen Seiten einzusehen, die Anordnung der Figuren wird ständig verändert und zeigt das Weihnachtsevangelium von der Verkündigung über die Geburt bis zur Ankunft der Heiligen Drei Könige. Gelegenheit sich die Krippe anzusehen gibt es bis zum Fest „Darstellung des Herrn“ am 2. Februar. Für viele Soester gehört ein Besuch der westfälischen Krippe während eines Bummels über den Soester Weihnachtsmarkt einfach dazu.

W wie "Wippen" in den Großen Teich

Wippen in den Großen Teich: Jedes Jahr im Juni versammelt sich eine große Schar schadenfreudiger Soester Bürger um den Großen Teich, um bei einem Spektakel ganz besonderer Art dabei zu sein. Der Verein der Bürgerschützen lässt dann nämlich einen alten Brauch wieder aufleben und „bestraft“ drei prominente Soester Bürger, die sogenannten Malefikanten, die sich einen größeren oder kleineren scherzhaften Fehltritt erlaubt haben, nach mittelalterlicher Manier. Begleitet von den in Stadtwachen-Kostümen gewandeten Schützenbrüdern und dem Applaus des umstehenden Publikums steigen sie auf die schandgelb gestrichene Wippe am Rande des Großen Teiches, um sich von der letzen Stufe aus in die Fluten zu stürzen. Was einst im Mittelalter eine Strafe für Felddiebe und Bäcker, die zu kleine Brötchen gebacken haben, war, ist heute fester Bestandteil im Veranstaltungskalender der Stadt und eine Ehre für die Malefikanten. Schließlich wird man anschließend in den Kreis der „Ehemaligen Gewippten“ aufgenommen.

Ansprechpartner

Dunja Herzog

Tel.: 02921/663500 50
Fax: 02921/663500 99
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